Zwischen Richtung und Auflösung – Eine Studie der flüssigen Permanenz
In diesen großformatigen Holzarbeiten manifestiert sich eine Suche: nach Richtung, nach Ziel, nach jenem inneren Kompass, der uns durch die wankelhaften Landschaften der Zeit führt. Die Figuren – zugleich körperlich und entgleitend – scheinen aus einer Logik der Liquidität geboren, aus einer Welt, in der Formen nicht verharren, sondern sich beständig neu erfinden.
Die Installationen thematisieren Lust als Bewegung, als Antrieb, als ein flüssiges Prinzip, das weder Anfang noch Ende sucht, sondern Übergänge. In ihrer scheinbaren Einfachheit tragen sie eine stille Philosophie: dass Freiheit weniger ein Zustand ist als eine Haltung gegenüber der eigenen Formbarkeit. Ansichtssache und Wahl; die Linien schwellen und verengen sich, kippen, dehnen sich. Sie behaupten sich und lösen sich gleichzeitig auf – doch in welche Richtung gehen sie?
Optimismus erscheint hier nicht als naive Helligkeit, sondern als tiefe Akzeptanz des Vorläufigen. Als Vertrauen, dass Permanenz nicht in der Starre, sondern im lustvollen Wandel liegt. Die Werke verorten sich in einem Spannungsfeld zwischen Ziel und Unbestimmtheit, zwischen Optimismus und Trauer, Hochmut und Niedergeschlagenheit, Tod und ekstatischer Euphorie, zwischen der Sehnsucht nach Orientierung und der Erkenntnis, dass jede Richtung nur temporär und Entscheidung ist.
So entfalten sich die Installationen als Kompasse und Markierungen einer Gegenwart, die flüssig geworden ist – und als Einladung, das Wankelnde nicht als Bedrohung, sondern als Möglichkeit zu lesen.


