30 JAHRE GALERIE | 3 KÜNSTLERINNEN

Ziska Bachwas | Hilde Kentane | Ana Vujic

COVID-19 
The gallery is closed from 17 of January till end of February
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30 JAHRE GALERIE – 3 KÜNSTLERINNEN

Dreissig Jahre Galeriearbeit in Basel. In dieser langen Zeit wurden stets junge Künstler*innen, politische Kunst oder neue Trends fernab der offiziellen Kunstszene präsentiert. Anlässlich dieses Jubiläums möchte ich Arbeiten von drei Künstlerinnen aus drei verschiedenen Generationen zeigen.

2005 habe ich die erste Ausstellung von Hilde Kentane präsentiert. Sie ist eine belgische Künstlerin, die seit fünfzehn Jahren unser Verhältnis zur Konsumgesellschaft und Verschwendung und die Ausbeutung von Tieren mit ihren Zeichnungen und Objekten thematisiert.

Seit 2014 stelle ich regelmässig die Arbeiten von Ana Vujic aus, einer Künstlerin aus Basel mit serbischer Herkunft. Die studierte Kunsthistorikerin und Strassenkünstlerin reflektiert in ihren grossformatigen Zeichnungen die vorgetäuschte Spassgesellschaft in unserer kapitalistischen Gesellschaft.

Seit etwa zwei Jahren beobachte ich die Arbeit von Ziska Bachwas, einer Schweizer Illustratorin, die im Oktober 2020 mit dem Kulturförderpreis Basel-Stadt ausgezeichnet wurde. Ihre Arbeit thematisiert Randgruppen und bietet Einblicke in Privates. Ihre Werke sind ein Panoptikum des Lebens mit all seinen Facetten. Es wird ihre erste Ausstellung in der Galerie sein.

Können wir die Gruppenausstellung am 23. Januar eröffnen? Das ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Zur Feier dieses Geburtstages sicherlich nicht. Aber wir wollen nach vorne schauen. Keine Ungewissheit mehr, keine Absage von Ausstellungen in letzter Minute. Wir glauben an eine Post-COVID-19 Zeit.

Guillaume Daeppen, 9.  Januar 2021

Die Ausstellung wird am Samstag 6. März  eröffnet und läuft bis 10. April 2021

 

 


Ziska Bachwas | SUPPORT YOUR LOCAL GIRL GANG | Illustration 2020

 


Hilde Kentane | Until We All Are Free | installation 2020

 

Not a day goes by where we don’t hear, see or even feel oppression and domination. As a woman, I and probably every single other woman in our society, to a greater or lesser extent, know what oppression feels like. I can only begin to imagine what it must be like for the even more oppressed among us, the unfairness of it all that someone, simply and solely based on differences such as skin colour, sexual orientation, amount of money, disability or religion, is regarded and treated as being of lesser value. 

As all oppression is connected, we must deploy an intersectional approach in our fight for Liberation including in particular the liberation of nonhuman animals. Indeed, their oppression, exploitation and objectification goes way beyond imagination, yet has been normalised, legalised and accepted in our society and everyday lives. 

Merely based on their differentness, we routinely justify and ignore the cruelty towards nonhuman animals by breeding them into existence, encaging them, exploiting and abusing them in every possible way and killing them by the trillions every year. How can we justify any of this for a few minutes of palatal pleasure, clothing, entertainment — knowing very well that in our capacity to feel joy, fear, pleasure and pain, we are all the same? And the most absurd part: there is absolutely no need for humans to consume or use any animal product at all.

Driven by the eternal search for profit, these abominable exploitation industries flourish as they continue to deceive the consumer, having entirely lost track of any moral baseline with regard to the nonhuman individuals involved. They are responsible for making people sick, causing cardiovascular disease, multiple cancers, diabetes, autoimmune diseases, and far more importantly, they jeopardise all life on our planet, causing mass extinction, climate change, environmental destruction, microbial resistance and pandemics.

Up to what point are we going to continue to turn a blind eye and abuse our fellow nonhuman earthlings in the name of profit, greed and convenience?

Let’s end all oppression, since no one is free until we all are free.

Hilde Kentane, December 2020


Ana Vujic |  works 2020


Seit Jahren realisiert Ana Vujić grossformartige Zeichnungen mit Kohle oder Tusche, die sich um die ständig wandelnden Lebensbedingungen des Menschen drehen.

Für ihre neuste Werkserie interessierte die Künstlerin insbesondere der gesellschaftliche Zwischenhalt, die Situation des Umbruchs und das auf sich selbst zurückgeworfen zu sein. Bildhaft für die Fragilität des gesellschaftlichen Konstrukts steht das von ihr gemalte zusammenfallende Kartenhaus. „Der Fall der bestehenden Strukturen, welches das Kartenhaus für mich metaphorisch versinnbildlicht, kann uns animieren, nicht nur das Bestehende zu hinterfragen, sondern auch neue Gesellschaftsformen aufzubauen“, so Ana Vujić. Der geballte kämpferische Faust erscheint in einem anderen Bild wie aus Stein gemeisselt. 

Tatsächlich ist die Arbeit von Ana Vujić stets gesellschaftshinterfragend zu lesen. In der grossen Kohlezeichnungen entreisst sich das Pferd aus dem sich drehenden Karussell, um nach der Freiheit zu suchen. Die Zeichnung in Übergrösse erscheint als eine surreale Kulisse, die den Betrachtenden umgibt. 

Es wird deutlich, dass es der Künstlerin bei diesen neuesten Werken weniger um reale Abbildungen, als vielmehr um innere Bildwelten geht, die durch eine inhaltliche Abstraktion von Gefühlswelten erzählen.

Ana Vujić zeigte ihre Arbeiten in verschiedensten Ländern wie Schweden, Serbien, Deutschland, Frankreich, Japan oder Norwegen. 

Als Street-Art-Künstlerin realisiert sie Wandbilder in Stadträumen. 

Kunst und Alltag sind für sie nicht trennbar.

 

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