30 JAHRE GALERIE | 3 KÜNSTLERINNEN

Ziska Bachwas | Hilde Kentane | Ana Vujic

COVID-19 
maximum 7 Besucher*innen gleichzeitig in der Galerie
Maskenpflicht

Eröffnung Samstag 6. März 2021
Die Künstlerinnen sind anwesend:
14.00 – 15.30 Hilde Kentane
15.30 – 17.00 Ziska Bachwas
17.00 – 18.00 Ana Vujic

30 JAHRE GALERIE – 3 KÜNSTLERINNEN

Dreissig Jahre Galeriearbeit in Basel. In dieser langen Zeit wurden stets junge Künstler*innen, politische Kunst oder neue Trends fernab der offiziellen Kunstszene präsentiert. Anlässlich dieses Jubiläums möchte ich Arbeiten von drei Künstlerinnen aus drei verschiedenen Generationen zeigen.

2005 habe ich die erste Ausstellung von Hilde Kentane präsentiert. Sie ist eine belgische Künstlerin, die seit fünfzehn Jahren unser Verhältnis zur Konsumgesellschaft und Verschwendung und die Ausbeutung von Tieren mit ihren Zeichnungen und Objekten thematisiert.

Seit 2014 stelle ich regelmässig die Arbeiten von Ana Vujic aus, einer Künstlerin aus Basel mit serbischer Herkunft. Die studierte Kunsthistorikerin und Strassenkünstlerin reflektiert in ihren grossformatigen Zeichnungen die vorgetäuschte Spassgesellschaft in unserer kapitalistischen Gesellschaft.

Seit etwa zwei Jahren beobachte ich die Arbeit von Ziska Bachwas, einer Schweizer Illustratorin, die im Oktober 2020 mit dem Kulturförderpreis Basel-Stadt ausgezeichnet wurde. Ihre Arbeit thematisiert Randgruppen und bietet Einblicke in Privates. Ihre Werke sind ein Panoptikum des Lebens mit all seinen Facetten. Es wird ihre erste Ausstellung in der Galerie sein.

 

Die Ausstellung wird am Samstag 6. März  eröffnet und läuft bis 10. April 2021

 

 


Ziska Bachwas | SUPPORT YOUR LOCAL GIRL GANG | sketch for wall painting

 


Hilde Kentane | Until We All Are Free | work in progress, studio december 2020

 

Until We All Are Free
Es vergeht kein Tag, an dem man nicht Unterdrückung und Herrschaft hört, sieht oder gar spürt. Als Frau kenne ich, wie vermutlich jede einzelne Frau in unserer Gesellschaft mehr oder weniger, das Gefühl der Unterdrückung. Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, wie es für die noch stärker Unterdrückten unter uns sein muss. Wie ungerecht es ist, dass jemand einzig aufgrund von Merkmalen wie Hautfarbe, sexueller Orientierung, finanziellen Mitteln, Behinderung oder Religion als minderwertig angesehen und entsprechend behandelt wird.

Da alle Formen der Unterdrückung zusammenhängen, müssen wir in unserem Befreiungskampf einen intersektionalen Ansatz verfolgen, der insbesondere auch die Befreiung nichtmenschlicher Tiere einschliesst. Tatsächlich geht ihre Unterdrückung, Ausbeutung und Objektivierung weit über die Vorstellungskraft hinaus, dennoch ist sie in unserer Gesellschaft und unserem Alltag normalisiert, legalisiert und akzeptiert worden.

Lediglich aufgrund ihrer Andersartigkeit rechtfertigen und ignorieren wir routinemässig die Gräueltaten gegenüber nichtmenschlichen Tieren, indem wir sie züchten, einsperren, auf jede erdenkliche Art und Weise ausbeuten und missbrauchen und jedes Jahr Billionen von ihnen töten. Wie können wir all dies für ein paar Minuten Gaumenfreude, Kleidung, Unterhaltung rechtfertigen – wohl wissend, dass wir in unserer Fähigkeit, Freude, Angst, Lust und Schmerz zu empfinden, alle gleich sind? Und der absurdeste Teil: Es ist für Menschen absolut nicht notwendig, überhaupt tierische Produkte zu konsumieren oder zu verwenden.

Angetrieben von der ewigen Suche nach Profit florieren diese abscheulichen Ausbeutungsindustrien, die den Verbraucher weiterhin täuschen und dabei jegliche moralische Grundlage in Bezug auf die beteiligten nichtmenschlichen Individuen völlig aus den Augen verloren haben. Sie sind dafür verantwortlich, dass Menschen krank werden, dass sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zahlreiche Krebsarten, Diabetes und Autoimmunkrankheiten verursachen, und, was noch viel wichtiger ist, sie gefährden alles Leben auf unserem Planeten, indem sie Massenaussterben, Klimawandel, Umweltzerstörung, mikrobielle Resistenzen und Pandemien verursachen.

Wie lange wollen wir noch die Augen verschliessen und unsere nichtmenschlichen Mitbewohner der Erde im Namen von Profit, Gier und Bequemlichkeit missbrauchen?

Lasst uns alle Formen der Unterdrückung abschaffen, denn niemand ist frei, bis wir alle frei sind.

Hilde Kentane, December 2020


Ana Vujic |  works 2020


Seit Jahren realisiert Ana Vujić grossformartige Zeichnungen mit Kohle oder Tusche, die sich um die ständig wandelnden Lebensbedingungen des Menschen drehen.

Für ihre neuste Werkserie interessierte die Künstlerin insbesondere der gesellschaftliche Zwischenhalt, die Situation des Umbruchs und das auf sich selbst zurückgeworfen zu sein. Bildhaft für die Fragilität des gesellschaftlichen Konstrukts steht das von ihr gemalte zusammenfallende Kartenhaus. „Der Fall der bestehenden Strukturen, welches das Kartenhaus für mich metaphorisch versinnbildlicht, kann uns animieren, nicht nur das Bestehende zu hinterfragen, sondern auch neue Gesellschaftsformen aufzubauen“, so Ana Vujić. Der geballte kämpferische Faust erscheint in einem anderen Bild wie aus Stein gemeisselt. 

Tatsächlich ist die Arbeit von Ana Vujić stets gesellschaftshinterfragend zu lesen. In der grossen Kohlezeichnungen entreisst sich das Pferd aus dem sich drehenden Karussell, um nach der Freiheit zu suchen. Die Zeichnung in Übergrösse erscheint als eine surreale Kulisse, die den Betrachtenden umgibt. 

Es wird deutlich, dass es der Künstlerin bei diesen neuesten Werken weniger um reale Abbildungen, als vielmehr um innere Bildwelten geht, die durch eine inhaltliche Abstraktion von Gefühlswelten erzählen.

Ana Vujić zeigte ihre Arbeiten in verschiedensten Ländern wie Schweden, Serbien, Deutschland, Frankreich, Japan oder Norwegen. 

Als Street-Art-Künstlerin realisiert sie Wandbilder in Stadträumen. 

Kunst und Alltag sind für sie nicht trennbar.

 

Exibitions