SYMPTOME OF THE UNIVERSE

Luca Schenardi


Luca Schenardi, geboren 1978 und aufgewachsen in Altdorf, Uri, Schweiz, lebt und arbeitet in Luzern. Seine starke Verwurzelung und die Liebe zur Natur ziehen ihn jedoch regelmässig zurück nach Uri. In seinem dortingen Arbeitsraum in Altdorf entstehen immer noch Bilder und Illustrationen, dort findet er stets wieder Skizzen und Malexperimente aus seiner Jungendzeit, die er, zerschnitten und zerhackt, wieder in neuen Arbeiten integriert.

In Uri tobt zuweilen auch der Föhn, der die Landschaft, speziell in der Nacht, in eine Stimmung versetzt, die ihn immer wieder aufs Neue daran glauben lässt, dass nicht alles sauber sei.

Nach seinem Studium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern im Bereich „Visuelle Kommunikation“ arbeitet er seit 2002 als selbständiger Illustrator und Textgestalter. Er malt Bilder und gestaltet Plakate, Flyer und Bücher. Luca Schenardis Schaffen trägt stets etwas Handsgemachtes und Ungeschliffenes in sich. Seine Bildsprache und sein Umgang mit Typographie darf als sehr eigen-willig bezeichnet werden.





SYMPTOME OF THE UNIVERSE | exhibition view August 2007




Luca Schenardi (29), aufgewachsen in Altdorf, ist Grafiker, Künstler, Illustrator. Sein Werk ist ein grosses Recycling eigener und fremder Materialien:

Die Wut der Jugend richtet sich gern gegen das Vorhandene, sie sucht es zu verändern oder ihm zu entfliehen. Für beides kann die Kunst das Vehikel sein. Den heute Dreissigjährigen nun drängt sich das Vorhandene meistens medial vermittelt auf – und nicht wenige empfinden dies all Stress. Eine Sehnsucht nach Stille stellt sich ein, nach Ruhe vor dem medialen Lärm.

Luca Schenardi ist um die Dreissig. Er lebt in Luzern. Und er ist derzeit einer der gefragsteten Grafiker und Illustratoren bei grossen Zeitungen und Magazinen. Aber immer wieder zieht es ihn zurück in die Abgeschiedenheit des Urnerlands, nach Altdorf, wo er geboren wurde und immer noch ein Atelier besitzt. Hier findet er die ersehnte Ruhe und die Fotovorlagen für seine immer etwas an schwarze Romantik erinnernden Waldstücke. Ihnen stellt er dann Bilder gegenüber, die er aus dem medialen Rauschen abgefangen hat.

Medienkritik. Hervorzuheben ist an dieser Ausstellung zunächst die gestalterische Souveränität des innovativen Grafikdesigners. Zahlreiche Motive entstammen Auftragsarbeiten. Das lädt ein zum Nachdenken über das Verhältnis zwischen angewandter und autonomer Kunst. Man kann diesen im Nitrodruckverfahren hergestellten, dann kolorierten Blättern aber auch die Medien- und Gesellschaftskritik abnehmen, die sie vorgeben zu üben. Oder man kann sogar in das Lob des Bergfriedens einstimmen – wenn einem nicht vor der „Blair Witch Project“-Stimmung schaudert, die Schenardi immerzu erzeugt.

Das zentrale Werk der Ausstellung aber, das Bild einer Waldhütte mit dem beruhigend-unscheinbaren Titel „Obhegg“ (2007), entlarvt den idyllischen Fluchtort als Illusion. Die Nähte zwischen den geklebten Blättern verdeutlichen, dass auch Landschaften nur als Konstrukt aus medial aufbereiteten Fragmenten existiert und weisen schliesslich auf das eigentliche Asyl des modernmüden Neo-Schwarzromantikers: die Kunst.

Adrian Aebi

in Basler Zeitung vom 23. August 2007





SYMPTOME OF THE UNIVERSE | 2007 | 100 x 70 cm | nitro print on paper | Edition 1/1








SYMPTOME OF THE UNIVERSE | 50 x 40 cm each | nitro print on paper and canvas






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