Schönheit des Flüchtigen: Der jurassische Künstler betört mit intimen Jugendszenen aus queerer Perspektive


In den Zeichnungen und Papierarbeiten des jurassischen Künstlers Damien Comment (*1977) steht die Zeit still - was aber nicht bedeutet, dass hier Ruhe herrscht. Im Gegenteil: Die Luft zwischen den adoleszenten Körpern, die seine offenen, lichten Bildräume bevölkern, flirrt geradezu vor Anspannung. Sie tummeln sich im Bett, in kniehohem Gras oder zwischen den jungen Bäumen einer Schonung. Oft sind sie nackt und wenig verschämt, doch während ihre Körper mit allen Mitteln Verlangen signalisieren, bleiben ihre Blicke wie selbstvergessen in sich kehrt. Es ist ein eigentümlicher Widerspruch zwischen Scheu und Mut, Selbstbewusstsein und Unsicherheit, in dem Comment seine Figuren gefangen hält. Seine Strategie, durch Flüchtigkeit Schönheit zu erzeugen und Stille mit Erregung aufzuladen, erinnert nicht nur wegen ihrer explizit queeren Perspektive an den intimen Realismus von Wolfgang Tillmans, Walter Pfeiffer oder Elizabeth Peyton.


Dietrich Roeschmann
in Regioartline>Kunstmagazin no 11.2007